InfoMail Februar 2020 II

China: Auswirkungen Coronavirus, Luftfracht, Seefracht, Bahnfracht

Sehr geehrte Damen und Herren,

China: Auswirkungen Coronavirus

nur langsam kommen Fabriken in China wieder in Fahrt. Nur sehr langsam und vorsichtig. Jede Provinz und Region legt Vorgaben der Zentralregierung etwas anders aus. Längst nicht alle Arbeiter sind zurück in den wichtigen Wirtschaftsregionen entlang der Küste.

Vor- und Nachläufe im Reich der Mitte werden durch fehlendes Personal und Restriktionen der Behörden massiv erschwert. Beispiel: Eine besonders eilige kleinere Sendung zur Abholung im Großraum Shanghai klappte gestern weder per LKW, noch per Auto, Taxi, Van – noch nicht einmal per E-Scooter. Das Shipment kann erst heute übernommen werden. Voraussichtlich. Am schlimmsten betroffen ist nach wie vor die Hubei Provinz. Bezeichnend ein Foto aus Wuhan.

                                                                                                               Quelle: The Atlantic

China: Luftfracht

Hatte Cargolux erst diese Woche angekündigt, regulär weiter zu machen, sind bisherige Vereinbarungen komplett gestrichen. Raten steigen massiv. Platz ist extrem knapp. Die größte private chinesische Fluggesellschaft Hainan Airlines streicht alle Flüge von Beijing nach Berlin-Tegel. Die US-amerikanische United Airlines verlängert die Auszeit für alle Flüge nach China bis zum 24.04.20. Was geht überhaupt noch? Die chinesischen Fluggesellschaften Air China, China Eastern, China Southern fliegen. Korean Airlines fliegt via Seoul (Incheon). Lufthansa Cargo (nur per Frachter) fliegt mit ausgedünntem Sonderflugplan. Cathay Pacific fliegt via Hong Kong. Gute Übersicht über das, was wirklich fliegt, bietet zum Beispiel www.fr24.com. Es gibt Möglichkeiten. Doch die Raten gehen durch die Decke. Klar: Viel zu wenig Kapazität für anziehende Nachfrage.

China: Seefracht

Reefer (Kühlcontainer) werden an Bord über das Bordnetz mit Strom versorgt. In Terminals an Land durch Landstrom. Freie Plug-In Plätze in chinesischen Terminals sind längst rar. Neben der bereits ausgerufenen Congestion (Verstopfung) mit entsprechenden Gebühren laden Reedereien nun solche Container bereits in Häfen außerhalb Chinas ab.

Die Zahl der Blank Sailings – also ausgesetzter Schiffsabfahrten – steigt immer weiter. Auswirkungen werden in 4-8 Wochen umso heftiger für Exporte von Europa nach Asien spürbar. Dann fehlt Equipment und Kapazität. Beides steckt vielfach derzeit in Asien fest. Raten klettern massiv. Auch hier gilt: Unbedingt frühzeitig buchen.

China: Bahnfracht

Aktuell fahren in KW9 einige Züge - auch nur unter Vorbehalt. Für März gibt es noch keinen Fahrplan. Wird erst in KW8-9 veröffentlicht. Einige Rail Provider haben Dienste ganz eingestellt. Gerüchte besagen, dass Kasachstan die Grenze nach China dicht macht. Dann ginge nichts mehr auf der wichtigen Südroute. Noch steht die Bestätigung aus. Wir sind dran.

Bitte melden Sie sich in jedem Fall ob Luftfracht, Seefracht oder Bahn unbedingt frühzeitig für Buchungen. Wenn die Wirtschaft in China erstmal wieder loslegt, wird Kapazität erst richtig knapp.

Gern halten wir Sie weiter informiert.
Ihr SENATOR INTERNATIONAL Team