Infomail April 2014

Der Exportmotor in Deutschland läuft auf hohen Touren. Auch andere europäische Nationen melden Aufwärtstrends. Wie reagieren die Containerliniendienste?

Sehr geehrte Damen und Herren,

Seefracht: Hohe Auslastung
Der Exportmotor in Deutschland läuft auf hohen Touren. Auch andere europäische Nationen melden Aufwärtstrends. Wie reagieren die Containerliniendienste? Global quirliger. Bei veränderter Nachfrage werden Kapazitäten verlagert. Loops werden schwankenden Warenströmen angepasst, Fahrpläne kurzfristig umgestellt (Stichwort: Blank Sailings), komplette Dienste eingestellt oder neu aufgelegt.

Nach Chinese New Year wurde der übliche Einbruch der Nachfrage für Importe aus Asien erwartet. Die Reedereien zogen vorsorglich Schiffsraum ab. Der Einbruch kam – doch nur kurz. Und zugleich geht´s beim Export Richtung Fernost und Südostasien weiter bergauf. Eine gute Chance für die Reeder erneut drohenden Überkapazitäten gegenzusteuern. Denn jetzt halten sie Schiffsraum knapp.

In der Folge sind die derzeit vorhandenen Kapazitäten randvoll. Vor allem beim Export eastbound gibt es Engpässe. Der Rückstau potenziert sich auch durch scheinbar marginale Effekte. So sorgte in den letzten Wochen verstärkt Ostwind für ungewöhnlich niedrige Tide auf der Elbe. Das zwang manche Abfahrt zu sogenannter „cut and run action“ – also dem vorzeitigen Abbruch des Ladevorgangs, um reduzierten Tiefgang einzuhalten.

Den Reedern kommen knappe Ressourcen gelegen. Hohe Auslastung beschert bessere Einnahmen. Das ist für viele überlebenswichtig. Während Maersk und CMA CGM dank ihrer Kostenvorteile mit Grosstonnage kräftige Gewinne erwirtschafteten, fuhren fast alle anderen Reedereien in jüngster Zeit anhaltend Verluste ein.

In der Folge rücken die Kooperationen enger zusammen – auch um sich gegen die angepeilte Zusammenarbeit der drei Branchenriesen Maersk, MSC und CMA CGM in der geplanten P3 Allianz zu wappnen. So nimmt die CKYH Allianz (Cosco, K-Line, Yang Ming, Hanjin) nun Evergreen auf. Und mit UASC, CSCL und ZIM forcieren drei andere Anbieter ihre Zusammenarbeit.

Die gegenwärtige Kapazitätsknappheit auf den wichtigsten Handelsrouten dürfte noch eine Weile anhalten. Frühzeitige Buchung ist unbedingt empfehlenswert.

Hamburg: Traffic Surcharge kommt nicht
Die Mitglieder der Fachgruppe Containerverkehre der deutschen Seehäfen wollten wie berichtet eine sogenannte „traffic surcharge“ für Container Vor- und Nachläufe via Hamburg belasten. Der angepeilte Betrag wurde weitgehend einheitlich kommuniziert. Das trieb kartellrechtliche Bedenken auf den Plan. So wird sich der Aufschlag nicht durchsetzen. Doch wird erwartet, dass die Trucker anderweitig höhere Preise verlangen werden.

Japan: Screening
Luftfrachten ex Japan
müssen bereits seit Anfang dieses Monats einem Screening unterzogen werden. Dies gilt für alle Unknown Shipper – also derzeit fast ausnahmslos für die exportierende Verladerschaft in Japan. Das zuständige Ministerium hat ein entsprechendes Air Cargo Security System implementiert.

Je nach Frankatur gehen die Kosten des Screenings steuerpflichtig zu Lasten des Absenders oder Empfängers.
Die Gebühren betragen per Shipment
Minimum YEN 1.500 oder YEN 500 / Packstück
Maximum YEN 30.000

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