InfoMail Februar 2016

Aktuelle Informationen zur Luftfracht, Seefracht u.a.

Sehr geehrte Damen und Herren,

China: Lunar New Year

nächste Woche ist es wieder soweit: China steht Kopf. Die Nation feiert das Neujahrsfest. Dann pilgern Millionen Menschen zu ihren Familien und in ihre Heimatregion. Reisen im Inland wird zum Geduldsspiel, um angesichts der sprunghaft steigenden Nachfrage Platz zu bekommen. Öffentliche wie private Einrichtungen bleiben geschlossen. Fabriken und Zollbehörden gönnen sich gleichermassen eine Auszeit.

2016 steht im Zeichen des Affen. Ein freches Tier mit Überschwang und Tempo - sagt das chinesische Horoskop. Das spiegelt sich schon diese Woche für Luftfrachten aus dem Reich der Mitte. Während die Seefracht von Ausreissern abgesehen weitgehend unbeeindruckt läuft, übertrifft die Nachfrage am Himmel deutlich die Kapazität. Airlines streichen Flüge mit Beginn der Feiertage. Engpässe und Verzögerungen werden erwartet. Die Seefracht wird dies erst in einigen Wochen zu spüren bekommen, wenn blank sailings einkommend aus China für den Export zurück dorthin hier fehlen.

USA Luftfracht Export

Luftfrachten in die USA unterliegen neuen Regularien. Die TSA (Transportation Security Administration) verlangt eine eindeutige Deklaration des Lieferanten, dass sich die Fracht weder im Ursprung noch in Transfer oder Transit die Länder Ägypten, Syrien, Somalia und Jemen befunden hat. Wörtlich ist zu dokumentieren: "(Name of Entity) ____________________________________ has reviewed all available documentation and has determined that none of the cargo being offered in this consignment or consolidation either originated in, transferred from, or transited through any point in Egypt, Syria, Somalia or Yemen.

Lufthansa Cargo bietet aktuell als einzige Fluggesellschaft an, über eigene Regularien auf diesen Passus zu verzichten. Speditionsverbände haben gegen die kurzfristig umgesetzte Anordnung der US-amerikanischen Behörden protestiert. Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) hat dazu bereits in der US-Botschaft in Berlin Konsultationen mit der TSA geführt. Ergebnis offen. 

New York: Hafenstreik

Letzten Freitag herrschte Aufregung in den Häfen von New York und New Jersey. Rund 1.000 gewerkschaftlich organisierte Hafenarbeiter legten die Arbeit nieder. Terminals waren ohne Vorankündigung faktisch lahm gelegt. Das hatte nichts mit den Wetterkapriolen und Störungen durch den Blizzard einige Tage zuvor zu tun. Die waren zu diesem Zeitpunkt weitgehend überstanden. 

Inzwischen heisst es von der Ostküste: „Back to normal.“ Bis jetzt ist nicht ganz klar, was der kurzfristige Ausstand bezwecken sollte - und ob weitere Arbeitsniederlegungen folgen könnten. Dazu bleibt die Gewerkschaft International Longshoremen´s Association ILA ausweichend vage. 

Tunis: Congestion

Im Hafen von Tunis hat sich ein Rückstau aufgebaut. Wartezeiten sind an der Tagesordnung - sowohl wasserseitig für Schiffe, um überhaupt einen Liegeplatz zu bekommen als auch landseitig bei der Abfertigung. Konsequent erheben Reedereien eine Congestion Surcharge. UASC fordert ab 01.03.2016 zum Beispiel USD 150 per TEU (20´ Einheit).

HS 6 Code: GB, ES, PT

Grossbritannien, Spanien und Portugal verlangen zwingend bei der Einfuhr in den Shipping Instructions nun den 6-stelligen World Customs Organisation (WCO) HS-Code der Ware zu benennen. Betrifft die Ware unterschiedliche HS-Codes, sind diese einzeln aufzuführen.

Ägypten: Export Dokumente

Exporte nach Ägypten müssen ab sofort ausdrücklich legalisierte Handelsrechnungen begleiten. Nach Angaben der Behörden muss "the original commercial invoice stamped from chamber of commerce and legalized" und “original legalized Certificate of Origin” vorliegen. Dies gilt für alle Kurier- und Paketsendungen gleichermassen wie für Luftfracht. 

Iran: Alle Dienste aktiv

Am 16.01.2016 war es soweit: das Iran-Embargo wurde mit Eintritt des sogenannten Implementation Day teilweise aufgehoben. Die Verordnungen (EU) 2015/1861 und 2015/1862 enthalten Sanktionslockerungen sind in Kraft getreten. Auch nach dem Implementation Day sind nicht alle Exporte und Rechtsgeschäfte erlaubt. Eine gute Übersicht bietet die Sonderausgabe "Exportkontrolle Aktuell" der BAFA:

Der Iran ist interessanter Markt - wieder. Ganz besonders deutsche Unternehmen und Produkte genießen dort traditionell hohe Reputation. Nach Aufhebung des Embargos sind alle Dienste wieder aktiv: Luftfracht Direktflüge und wöchentlich Consolidation nach Teheran, wöchentliche LCL-Dienste nach Bandar Abbas und FCL-Abfahrten zu allen Hafenplätzen im Iran. 

Auch die iranische Reederei IRISL (Islamic Republic of Iran Shipping Lines) plant ein Comeback. Insgesamt betreibt die Reederei 26 Containerschiffe mit bis zu 6.500 TEU Kapazität sowie 15 multipurpose Schiffe für Breakbuld-Dienste. 

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