InfoMail Januar 2018

USA: Trucking, Zoll: Form A wird REX, Luftfracht: Frankfurt wieder normal, Luftfracht: Neues Luftsicherheitsgesetz, Hamburg: Slotverfahren

Sehr geehrte Damen und Herren,

USA: Trucking Zoll

gleich mehrere Faktoren beeinflussen derzeit den LKW-Frachtmarktin den USA: Staatliche Regularien, Wetterkapriolen, Fahrermangel, erhöhte Nachfrage. Derzeit braucht man Geduld und starke Nerven.

LKW in den USA müssen seit Dezember 2017 elektronische Instrumente zur Arbeitszeiterfassung nachweisen. Solche ELDs(electronic logging devices) sind mit dem Motor verknüpft und zeichnen Daten entsprechend auf. Binnen einer Übergangsfrist werden auch ältere sogenannte AOBRD (automatic on-board recording devices) vom Gesetzgeber akzeptiert.

Vor allem dies führt zu längeren Laufzeiten, weniger freier Kapazität und höheren Preisen. Die Sicherheit auf den Straßen soll erhöht werden. Wo längere Strecken zuvor in einem Tag bewältigt wurden, sind nun zwei erforderlich.

Die weiteren genannten Aspekte verschärfen die Lage. Dieser heiße Cocktail erfordert rechtzeitige Planung. Etwaige Mehrkosten wie zum Beispiel Demurrage & Detention, Lagergelder etc. werden seitens Reedereien, Terminals, Airlines und anderen Beteiligten an den Frachtzahler belastet.

Zoll: Form A wird REX

Präferenznachweiseerfolgten bislang maßgeblich durch die sogenannte Form A. In Teilbereichen wurde diese bereits ersetzt und wird nun generell Auslaufmodell. Künftig müssen Exporteure im Herkunftsland sich in der Datenbank REX (Registered Exporter System) anmelden. Details dazu bietet der Link: https://ec.europa.eu/taxation_customs/business/calculation-customs-duties/rules-origin/general-aspects-preferential-origin/arrangements-list/generalised-system-preferences/the_register_exporter_system_en

Luftfracht: Frankfurt wieder normal

Das Chaos der letzten Wochen hat sich gelichtet. Der Flughafen Frankfurt darf wieder als das gelten, was er eigentlich ist: Aushängeschild und Drehkreuz für Luftfracht in Europa. Der Verkehr am Boden und in der Luft läuft neuerlich in normaler Tagesroutine.

Aus den Erfahrungen des letzten Jahres sollen Konsequenzen folgen. Es werden Anstrengungen unternommen, den Zu- und Abfluß von Fracht zu verbessern. Eine Maßnahme: Freilagerzeiten im Export sollen in allen Bereichen gekürzt werden. Beim Import sind das 24 Stunden. Daran nähert sich auch der Export immer mehr an.

Luftfracht: neues Luftsicherheitsgesetz

Nach dem Chaos ist vor dem Chaos? Das fragen sich derzeit viele Experten. Die nächste Belastungsprobe droht. Zumindest für den Export. Behörden kommen kaum hinterher in der Bearbeitung der Züp (Zuverlässigkeitsüber-prüfung). Die müssen neuerdings alle an der Sicherheitskette in der Luftfracht Beteiligten bestehen.

Das neue Luftsicherheitsgesetz bringt teils deutlichverschärfte Überprüfungen. Die gelten nun auch für Trucker und sonstige Mitwirkende, die mit Luftfracht in Berührung kommen. Sicherheitsbehörden der Bundesländer müssen rund 100.000 Züp-Anträge abarbeiten. Im Einzelfall dauert das über drei Monate.

Schon bei kleineren Vergehen im Lebenslauf erfolgt nun Ablehnung. Antragsteller müssen Nachweise wie Führungszeugnisse für die letzten zehn Jahre beibringen. Besonders zeitaufwendig bei Arbeitsverhältnissen im Ausland. Verladerschaft und Spedition appelieren bereits an die Innenminister der Länder, Bearbeitungszeiten zu reduzieren. Bislang ohne Erfolg.

Wer bis 04.03.2018 die neue Züp nicht vorlegen kann, darf nicht mehr wie bisher für Luftfracht eingesetzt werden. Dann gilt die neue Regelung.

Hamburg: Slotverfahren

Seit November 2017 läuft es… LKW-Unternehmer müssen an den Container-Terminals im Hafen vorab elektronisch ein Zeitfenster buchen – das Slotverfahren.

…nur noch nicht rund. Der Aufwand ist groß. Software und Schnittstellen müssen eingerichtet werden, Personal wird geschult und bereitgestellt. Die ersten Unternehmer beginnen dies weiter zu berechnen. Auch die Terminals erwägen die Einführung einer Gebühr.

Exemplarisch Progeco: Ein reines Reederdepot / Leerdepot am Ellerholzdamm im Hamburger Hafen. Hier wird bereits eine Buchungspauschale für jede Bewegung erhoben.

Gern halten wir Sie weiter informiert.
Ihr SENATOR INTERNATIONAL Team