InfoMail Juli 2014

Hinterland-Verkehre: Engpässe

Weltmeister! Jogi´s Jungs machen viele Menschen glücklich. Teamgeist, Torinstinkt, Tatendrang lassen den Traum von Rio wahr werden. Was im Fussball klappt, klappt nicht überall. Nach jahrelangem Renovierungsstau bringen viele Infrastrukturmass-nahmen Sand ins Getriebe des einstigen Export-Weltmeisters Deutschland.

Für LKW-Fahrer wird es zunehmend schwerer, die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten rund um den Hafen Hamburg einzuhalten. Lange Wartezeiten auf Zufahrtsstrassen und an Terminals machen die Disposition zum Glücksspiel.

Die Initiative des Verbandes der Container-Trucker scheiterte kürzlich noch. Jetzt kündigen die LKW-Unternehmer individuelle Zuschläge für alle Transporte von und nach Hamburg an. Ab 01.08.14 sollen im Schnitt rund EUR 60 je Transport aufgeschlagen werden.

Insbesondere am HHLA-Terminal Burchardkai sind die Behinderungen spürbar. Das hat Folgen: fehlende freie Liegeplätze für Feederschiffsanläufe, erhöhte Durchlauf-zeiten und Rückstaus im LKW-Bereich, Verspätungen bei der Slotabfertigung auf der Schiene. Dadurch wächst der Füllungsgrad der Hinterland-Depots. Annahmesperren sind nicht auszuschliessen.

Seefracht: Maersk - MSC Agreement

Zu dritt scheiterten die grossen Containercarrier. Jetzt versuchen es Maersk und MSC ohne CMA CGM zu zweit. Mit dem Multi Trade Vessel SharingAgreement sollen kartellrechtliche Bedenken umschifft und Kapazitäten gebündelt werden.

Noch ist der gemeinsame Weg der beiden Grossreedereien nicht von den Behörden abgesegnet. Die Chancen scheinen diesmal besser. Der gemeinsame Marktanteil ist niedriger. Mit einem 10-Jahresvertrag wollen Maersk und MSC ihre Ost-West-Verkehre zwischen Asien und Europa sowie Transpazifik undTransatlantik gemeinsam mit rund 185 Schiffen auf 21 Strings unter dem Namen 2M planen.

Trick bei der Sache: diesmal sollen die Dienste nicht über eine zentrale Organisation koordiniert werden, sondern weiterhin separat und eigenständig durch beide Partner. Ziel sei eine verbesserte Kapazitätsauslastung und Kostenstruktur.

Chile: Hafenstreik

Hafenarbeiter in einigen Terminals des Landes sind seit letzter Woche in einen unbefristeten Streik getreten, darunter die Häfen Iquique, Talcahuano und San Antonio. Der wichtige Seehafen Valparaiso ist davon bislang nicht betroffen.

Shanghai: Neue Richtlinien für Trucker

Die Regionalregierung von Shanghai erlaubt seit 01.07.14 die Zufahrt für LKWinnerhalb des äusseren Rings S20 nur noch mit Nachweis des G3 Emissionsstandards. Ältere Fahrzeuge werden aus der Stadt verbannt.

Aufgrund der zu erwartenden Kapazitätsknappheit wird davon ausgegangen, dass die Preise der lokalen Fuhrunternehmer anziehen.

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