InfoMail Juli 2019

Seefracht: IMO2020 / Seefracht: Blank Sailings / Australien: Begasungspflicht / Südafrika: Hafenstreik macht Luftfracht knapp / Straße von Hormuz: GulfRisk Surcharge

Sehr geehrte Damen und Herren,

Seefracht: IMO2020

im Seefrachtmarkt zeichnen sich global gravierende Veränderungen ab. Per 01.01.2020 gelten verschärfte Emissionswerte für Schiffe. Die International Maritime Organization (IMO) wacht als Arm der UN über die Regularien der weltweiten Schifffahrt. Die Verordnung IMO 2020 setzt Maßnahmen zur Verringerung der Umweltbelastung um.

Ziel: Abgase deutlich reduzieren. Besonders der Schwefelgehalt der Emissionen aus dem meist genutzten Schweröl ist kritisch. Der soll zum Jahreswechsel rund um den Globus verbindlich auf maximal 0,5% reduziert werden. Bislang Standard: Bis zu 3,5% Obergrenze.

Die Reeder reagieren und stecken mitten in großen Umwälzungen. Wie lässt sich das Ziel erreichen? Im Wesentlichen durch drei Varianten. Option 1: Der Einsatz sogenannter Scrubber – also die Nachrüstung der Flotte mit großen Reinigungsanlagen. Das erfordert Investitionen pro Schiff in Millionenhöhe. Option 2: Liquefied Natural Gas (LNG) statt Schweröl. Das erfordert größere Tanks, Umrüstung und ebenfalls erhebliche Mehrkosten. Option 3: Additive. Der vergleichsweise hohe Schwefelgehalt des bislang genutzten Schweröls bietet hohe Schmiereigenschaften. Die fehlen künftig und müssen durch teure Additive ausgeglichen werden. Die reduzieren Emissionen und gewährleisten Laufeigenschaften der Motoren. Das Tanksystem muss modifiziert, Tanks komplett gereinigt werden.

In jedem Fall: Gut für die Umwelt. Und es kostet Geld. Diese Investitionen legen Reeder über die Raten respektive Zuschläge um. Veränderungen werden spätestens im 4. Quartal spürbar sein. Denn der Kapitaleinsatz läuft längst auf Hochtouren.

Seefracht: Blank Sailings

Nebeneffekt zu IMO 2020 vor allem im Fahrtgebiet zwischen Europa und Asien: Reeder ziehen Schiffe aus dem Trade, um sie in Werften mit neuer Technologie nachzurüsten.

Gründe liegen hier jedoch tiefer. Der schwächelnde Welthandel hinterlässt Spuren. Um die Auslastung der Schiffe zu erhöhen, wird Kapazität verknappt. Die Folge: „Gerollte“ Container – die bleiben trotz Buchung erstmal im Abgangshafen stehen, müssen auf die nächste Abfahrt warten. Und die Raten steigen.

Ganz anders sieht es zwischen Europa, Nordamerika und Mexiko aus. Hier sind Schiffe ohnehin voll. Die technische Umrüstung der Flotte verschärft Kapazitätsknappheit. Lange Vorbuchungszeiten sind längst die Regel.

Australien: Begasungspflicht

Die Marmorierte Baumwanze (Brown Marmorated Stink Bug) kennt jeder, der schon mal Seefracht nach Australien auf den Weg gebracht hat. Behörden „Downunder“ verlangen ab 01.09.2019 erneut die Begasung (Fumigation) sämtlicher Einfuhren per Seefracht. Das Department of Agriculture and Water Resources reagiert damit auf die wieder höher eingeschätzte Gefahr für die Landwirtschaft durch das kleine Tier. Mehr dazu auch auf http://www.agriculture.gov.au/import/before/brown-marmorated-stink-bugs

Südafrika: Hafenstreik macht Luftfracht knapp

Des einen Freud des andern Leid… Fluggesellschaften mit Ziel Südafrika erfreuen sich derzeit drastisch erhöhter Nachfrage. Kapazität ist äußerst begrenzt. Denn die Seefracht leidet unter Streiks in den Häfen des Landes. Laufzeiten per Schiff sind aktuell unkalkulierbar, erhebliche Verzögerungen an der Tagesordnung. Einzige Lösung für zeitkritische Ware: Das Flugzeug.

Beste Option: Unabhängig von limitierten Kapazitäten der Airlines mit Passagierflugzeugen fliegt SENATOR INTERNATIONAL mit eigenem B747-400 Vollfrachter von Deutschland nonstop nach Johannesburg. Weiterleitungen nach Durban, Capetown und Port Elizabeth inclusive.

Straße von Hormuz: GulfRisk Surcharge

Politisch verhärten sich die Fronten am Persischen Golf. Die jüngste Eskalation verschärft die Lage für die Linienschifffahrt. Kosten steigen – zum Beispiel für Versicherungspolicen. Die Reeder erheben deshalb derzeit eine Gulf Risk Surcharge für Schiffe auf dem Weg durch die Straße von Hormuz.

Gern halten wir Sie weiter informiert.

Ihr SENATOR INTERNATIONAL Team